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"Meine ersten Gefühle für Männer hatte ich schon sehr früh, ungefähr mit zwölf. Ich hoffte immer, dass es nur eine homosexuelle Phase sei, die irgendwann wieder vorbei sein würde. Natürlich ging sie nicht vorüber... Endgültig Gewissheit über mein Schwulsein hatte ich dann mit vierzehn. Das grösste Problem war das Alleinsein. Ich kannte keinen einzigen Schwulen. Niemand war schwul - dabei musste es doch so viele geben. Ich kratzte all meinen Mut zusammen und kaufte mit hochrotem Kopf am Bahhofskiosk ein Schwulenmagazin. Noch wichtiger war dann aber das Buch von Thomas Grossmann 'Schwul - na und?'. Es hat mir geholfen mich und mein Schwulsein voll zu akzeptieren."

Erich, 18

 
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Coming-out Day 2009, Sonntag 11. Oktober

We Are Family!


Der Coming-out-Tages 2009, wie immer am 11. Oktober, machen PassantInnen darauf aufmerksam, dass es in erster Linie darum geht, Menschen das Recht zuzugestehen, sich selbst zu sein.

Anders als Pride und CSD ist der Coming-out-Tag (COD) nicht Anlass grosser Nationaler Umzüge und Feste, sondern lokaler Organisationen.

Sie richten sich in erster Linie an Passanten und werben für mehr Achtung und Toleranz, da es ja wenig Sinn macht, Trudi Müller und Otto Normalverbraucher zum sofortigen Coming-out aufzufordern. Hingegen werden der geneigte Leser und die vorgeneigte Leserin auf Ihre Verantwortung für eine angstfreie Umgebung in Familie, Schule, Arbeit, Glaubensgemeinschaft und Freundeskreis aufmerksam gemacht.




Das Coming-out von...

...Lotty Rietschin, bis 2008 im Institut für Hirnforschung, Universität Zürich als Biologielaborantin gearbeitet, 65 Jahre, pensioniert und im Unruhestand lebend.

Als Biologielaborantin hatte ich mein öffentliches Coming-out mit 53 Jahren anlässlich meiner 10jährigen Laborfeier. Da lud ich meine heutige Partnerin zum Fest ein. Bei einer Rede stellte ich meine Freundin vor. An die 50 Personen waren anwesend. Schon damals war mir klar: das wird meine Frau fürs Leben. Heute sind wir schon 12 Jahre zusammen. Seit 5 Jahre leben wir in eingetragener Partnerschaft. Mein Coming-out kam bei allen Kollegen und Chefs super an. Seitdem fühle ich mich befreit vor all den Zwängen, etwas verheimlichen zu müssen. Die Angst, nicht richtig zu sein und nicht in diese Gesellschaft zu passen, ist vorbei. Ich kann meine Kräfte gezielt für die Arbeit der LOS einsetzen. Aus dem 'Kasten' zu kommen hat sich nur gelohnt. Dass ich den Mut damals hatte macht mich im Nachhinein sehr stolz. I made it!


...Marianne Strebel, 35 Jahre, Stv. Filialleiterin Hotelplan Zürich Limmatplatz, lesbisch

Mir persönlich hat das Coming-out zu einer Familie verholfen, die mir vorher nicht gegeben war, als ich noch versteckt lebte. Meine Familie ist die Community, meine Freunde und die Welt! Auch wenn ich (noch?) keinen Kinderwunsch hege, so finde ich doch, dass im Sinne der Demokratie eines freien Landes wie der Schweiz die Diskussion zur Gleichstellung aller Kinder und Familien angeregt werden muss. Nur so kann ein demokratischer Entscheid gefunden werden!


...Daniel Frey, 48 Jahre, schwul

Ich hatte mein Coming-Out als Schwuler vor knapp 20 Jahren. Als ich mich mit 30 endlich an 'schwule Orte' wagte und mein schwules Selbstbewusstsein erwachte, war für mich klar, dass ich mich für meine lesbischwule Familie einsetze und 'We are Family' von den Village People zu meiner Hymne gemacht. Ich engagiere mich deshalb für die Homosexuellen Arbeitsgruppen Bern HAB und für gayRadio.ch.
Dass sich meine lesbischwule Familie aber manchmal wie unter einer Käseglocke versteckt, wurde mir nach einem Telefongespräch im Büro der HAB mit C. aus U. bewusst. C. war hörbar nervös und wirkte sehr unsicher. Er erzählte mir, dass er 42 sei, ungeoutet und in psychiatrischer Behandlung. Er kenne keine schwulen Männer, getraue sich auch nicht an Treffpunkte zu gehen ...
Zeigen wir uns also als stolze Familie - geschlossen, tolerant und vielfarbig.


...Maria & Martina, 38

Unser Coming-out als Lesben liegt schon über 20 Jahre zurück. Unser Coming-out als lesbische Mütter hingegen ist aktuell und zentraler denn je. Als Mütter von zwei Kleinkindern war es uns schon in der Schwangerschaft wichtig, über unser Lesbischsein zu informieren und wir outeten uns daher beim Gynäkologen, im Geburtsvorbereitungskurs, im Spital und anderen. Auch die Betreuungspersonen in der Kinderkrippe, die Mütterberaterin und die anderen Mütter in der Spielgruppe sollen wissen, dass unsere Kinder mit zwei Müttern aufwachsen. Das Coming-out gehört zum Alltag einer Regenbogenfamilie. Bisher waren die Erfahrungen mit unserer Offenheit überwiegend positiv.


Eure Events und Parties zum COD 2009 könnt ihr bei info@comingoutday.ch melden.

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